Brasiliens WM Kader im Check

Dass Brasilien in diesem Jahr zum Favoritenkreis auf dem Weltmeistertitel zählt, dürfte außer Frage stehen. Gestern hat Nationaltrainer Luiz Filipe Scolari seinen Kader bekannt gegeben. Von den insgesamt 23 Akteuren spielen 19 nicht in der heimischen Liga. Brasiliens WM Kader im Check.

Tor: Julio Cesar (Toronto FC), Jefferson (Botafogo FR), Victor (Atletico Mineiro)
Traditionell ist Brasilien nicht unbedingt eine Torhüter-Nation. Mit Julio Cesar haben sie aber einen im Kader, der aus seiner Zeit bei Inter Mailand dem geneigten Fußballfan ein Begriff sein dürfte und dort als auch beim Confed-Cup-Sieg im letzten Jahr gezeigt, dass er auch mit inzwischen 34-Jahren noch immer ein starker Rückhalt ist. Inzwischen spielt er allerdings beim Toronto FC in der MLS, ist also nicht mehr Woche für Woche auf höchstem Niveau gefordert. Dürfte dennoch die Nummer eins bei der WM sein.

Abwehr: Daniel Alves (FC Barcelona), Maicon (AS Rom), Marcelo (Real Madrid), Maxwell (Paris St. Germain), Dante (Bayern München), David Luiz (FC Chelsea), Henrique (SSC Neapel), Thiago Silva (Paris St. Germain)
Die Abwehr in Brasiliens WM Kader ist gespickt mit Spielern, die sich bei den besten Clubs in Europa einen Stammplatz erkämpft haben und wohl das Prunkstück der Selecao (wer hätte gedacht, dass man das einmal schreiben wird).

In der Innenverteidigung warten Dante, David Luiz und Thiago Silva auf, die allesamt Champions-League Halb- beziehungsweise Viertelfinale gespielt haben. David Luiz und Thiago Silva (2013 von der FIFA zum besten Innenverteidiger der Welt gewählt) sind eine Bank, Dante in diesem Jahr nicht ganz so stark wie in der Triple-Saison. Luiz und Silva bildeten bereits beim Confed-Cup das Innenverteidiger-Duo. Daher dürfte dem Mann vom FC Bayern eher die Rolle als Backup zuteilwerden.

Die Außenverteidiger sind definitiv stark, allerdings nicht mehr so überragend wie noch vor einigen Jahren. Das trifft vor allem auf Maicon zu, der zu seiner Zeit bei Inter Mailand einer der stärksten Außenverteidiger der Welt war, dann aber in ein jahrelanges Formtief fiel. 2013/14 hat er beim AS Rom aber wieder aufsteigende Form gezeigt. Marcelo hat bei Real Madrid im Laufe dieser Saison seinen Stammplatz an den Portugiesen Fabio Coentrao verloren, kann es aber dennoch mit jedem Außenstürmer der Welt aufnehmen. Auf rechts dürfte Scolari auch bei der WM Dani Alves vertrauen, der beim FC Barcelona nach wie vor eine Konstante ist.

Mittelfeld: Fernandinho (Manchester City), Hernanes (Inter Mailand), Luiz Gustavo (VfL Wolfsburg), Oscar (FC Chelsea), Paulinho (Tottenham Hotspur), Ramires (FC Chelsea), Willian (FC Chelsea)
Fast schon traditionell dominieren im Mittelfeld in Brasiliens WM Kader die Offensivakteure. Die ganz großen Zauberfüße, wie in früheren Mannschaften Kaka, Ronaldinho oder Rivaldo, fehlen aber. Der Wolfsburger Luiz Gustavo ist der einzige ausgesprochen defensivstarke und defensivdenkende Spieler. Obwohl Willian, Ramires und Oscar bei ihrem Verein FC Chelsea das „Mauern“ eingetrichtert bekommen, orientieren sie sich eher nach vorne. Wahrscheinlich ist eine Zentrale aus Paulinho und Luiz Gustavo das Mittel der Wahl. Oscar dürfte wohl auf 10 zum Einsatz kommen.

Angriff: Bernard (Schachtjor Donezk), Fred (Fluminense FC), Hulk (Zenit St. Petersburg) Jo (Atletico Mineiro), Neymar (FC Barcelona)
Der Angriff in Brasiliens WM Kader ist mit Naymar, Fred, Hulk, Bernard und Jo ebenfalls sehr stark besetzt. Vor allem Neymar hat bewiesen, dass er auch in der stärksten Liga der Welt mithalten kann, auch wenn noch nicht alles rund lief. Trotzdem kann sich seine erste Saison beim FC Barcelona sehen lassen: 15 Tore und 15 Vorlagen in 40 Spielen stehen bisher zu Buche. An vorderster Front dürfte Fred zum Einsatz kommen. Der 30-Jährige, kräftige, technisch nicht ganz so starke Mittelstürmer zeichnet sich durch große Treffsicherheit aus. In 31 Länderspielen knipste er 16 Mal. Dass auch Bernard, Jo und Hulk kicken können, steht außer Frage. Vor allem letzterer dürfte nach seinem Traumtor gegen Borussia Dortmund im Champions League Achtelfinale auch in hiesigen Gefielden Fußballinteressierten ein Begriff sein und hat gute Chancen als Rechtsaußen zum Einsatz zu kommen. Die andern beiden werden vermutlich eher auf der Bank Platz nehmen.

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