Wahl zum Weltfußballer – Warum Neuer gewinnen muss

Gestern hat die FIFA bekannt gegeben, welche Fußballer es auf die Liste der 23 Nominierten zur Wahl des Weltfußballers geschafft haben. Mit dabei: Manuel Neuer und fünf weitere Weltmeister. Darum sollte der Torwart gewinnen.

Die Wahl zum Weltfußballer ist eine rein individuelle Auszeichnung. Es wird der beste Fußballer gesucht. Dieser muss mit seiner Athletik, seinem Geschick am Ball, seiner Ausstrahlung, seinem Auftreten überzeugen – schließlich wird die Wahl von den Kapitänen und Trainern der 206 Nationalmannschaften sowie ausgewählten Journalisten vorgenommen. Die Gewinner der letzten Jahre – Cristiano Ronaldo und Lionel Messi – bringen fußballerisch alles mit, um auch in diesem Jahr zu triumphieren. Ronaldo noch mehr als Messi, was mit seinem extrovertierten Auftreten zu tun haben könnte. Und dennoch hätte es Manuel Neuer mehr verdient, zum Weltfußballer gewählt zu werden. Aber warum?

Was Messi und Ronaldo mit ihren Toren in der Offensive ihrer Mannschaft aufführen, ist bewundernswert. Doch gleiches gilt für Neuer. In seinen bisherigen 260 Bundesligaspielen kassierte er lediglich 214 Gegentore. Mit nur 0,82 Toren pro Spiel ist das eine Bilanz, die bisher noch kein Torhüter mit dieser Zahl an Einsätzen vorweisen konnte.

Außerdem hat Manuel Neuer vor allem während der Weltmeisterschaft 2014 etwas geschafft, was weder Messi noch Ronaldo im vergangenen Jahr in einer solcher Deutlichkeit taten: Er hat das Spiel weiterentwickelt. Die Art und Weise wie Neuer das Torwartspiel interpretiert ist in solcher Form bisher noch nicht da gewesen. Praktisch als Libero agiert er häufig beim FC Bayern und der Nationalmannschaft. Er wird, wann immer nötig, in das Spiel eingebunden. Er spielt Pässe mit einer Sicherheit, dass man ihn wohl auch getrost im Mittelfeld einsetzen könnte. Zudem bringt er natürlich alles mit, was einen Weltklasse Torhüter auszeichnet – er ist souverän, reaktionsschnell, stark auf der Linie und ist auf dem Posten, wenn er gebraucht wird. Und er rettet seinen Mannschaften damit Spiele und Punkte Man denke etwa an das Achtelfinale der WM gegen Algerien das 0:0 des FC Bayern in Mönchengladbach am vergangen Wochenende.

Dass Neuer zudem auch noch Weltmeister geworden ist und Messi und vor allem Ronaldo erneut bei einem Weltturnier eher blass blieben, sollte auch den Kapitänen und Trainern in den entlegensten Winkeln der Welt nicht entgangen sein. Auch, wenn Tore und spektakuläre Offensivaktionen in der Regel mehr Aufmerksamkeit erregen, als deren Verhinderung.

Hier gibt es eine Liste mit allen Nominierten